Rezept: Altenglischer Teepunsch

Guten Tag,

wir wollen euch heute ein Rezept für einen Punsch zeigen, der „altenglischer Teepunsch“ heißt, den wir aber bis jetzt nur in Franken gesehen (oder besser: getrunken) haben. Punsch ist im Übrigen nicht das gleiche wie Glühwein. Glühwein besteht aus Wein mit Gewürzen, während Punsch aus Wein und Saft und evtl. weiteren Sachen wie in diesem Fall Tee besteht – natürlich dürfen auch hier die Gewürze nicht fehlen. Gemein haben beide Getränke, dass sie warm (oder heiß) getrunken werden.

Alle Mengenangaben in diesem Rezept sind als Anhaltspunkte oder Empfehlungen zu verstehen, die je nach persönlichem Geschmack abgeändert werden können. Wir würden empfehlen, dass ihr den Punsch einmal so macht und danach variieren könnt.

Zunächst 1 Liter schwarzen Tee herstellen. Hierfür 10 leicht gehäufte TL einigermaßen guten schwarzen Tee (z. B. Ceylon; unserer hatte Orangenstückchen mit drin) mit einem Liter kochenden Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. Das ist eigentlich zu lange für den Tee, aber er muss später richtig kräftig schmecken. Damit er allerdings nicht zu bitter wird, sollte der Tee von guter Qualität sein.

Den ersten Liter von insgesamt 2 L Rotwein in eine Kanne mit großer Öffnung gießen. Er wird später in einem Zug über karamellisierten Zucker gegeben, und das Ausgießen aus dem dünnen Flaschenhals würde zu lange dauern. Der Wein muss nicht super-teuer sein, es sollte aber auch kein billiger Wein genommen werden. Aus einem schlechten Wein wird nie ein guter Punsch. Das heißt, der Wein sollte so gut sein, dass man ihn auch mit Genuss so trinken würde. Wir haben eine Domina aus Franken genommen. Außerdem kann man zur Vorbereitung unbehandelte Orangen/Mandarinen/Zitronen (je nach Belieben mischen) auspressen, sodass man 0,25 l – 0,5 l Saft erhält, und vorher die Schalen abreiben. Wenn man es ganz elegant machen will, nimmt man Zuckerwürfel zum Abreiben, die sich dann mit den ätherischen Ölen der Schale vollsaugen – oder man reibt die Schale ganz normal mit einer Küchenreibe ab.

200 g Zucker (das sind ca. 10 EL) in einem Topf mit dickem Boden erhitzen und flüssig werden lassen. Das dauert etwas länger. Sobald der Zucker karamellisiert, die Hitze der Herdplatte auf mittlere bis niedrige Wärme herunterdrehen und ständig umrühren, damit der Zucker nicht anbrennt. Es soll alles an Zucker zu Karamell werden, damit der Punsch später nicht penetrant süß ist. Allerdings darf das Karamell nicht dunkel werden, da es sonst bitter ist.

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Ist der Zucker vollständig flüssig, in einem Schwall den vorbereiteten Wein aus der Kanne in den Topf gießen und dabei das Karamell mit dem Kochlöffel so gut es geht vom Topfboden anheben (es bleibt am Holz des Löffels eigentlich ganz gut kleben). Das gibt eine große Dampfwolke. Wenn man das Karamell nicht hochhebt, hat man eine feste Karamellschicht am Boden des Topfes und rührt später ewig, bis es sich aufgelöst hat. Die Flüssigkeit im Topf darf nicht kochen! Der Punsch wird nur warmgehalten. Den Rest des Weines hinzugeben und so lange rühren, bis das Karamell sich aufgelöst hat. Jetzt den Tee und frisch gepressten Säfte zugeben.

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Noch mal das Wichtigste: Das Karamell wird beim Eingießen des kalten Weines sofort fest. Damit es sich nicht wie eine Platte auf den Topfboden legt und ewig zum Auflösen braucht, ist das Anheben des flüssigen Zuckerbatzens mit dem hölzernen Kochlöfel beim Eingießen wichtig. Außerdem darf der Punsch unter keinen Umständen kochen!

Jetzt kommen Gewürze nach Belieben dazu. Wir nehmen immer ca. 8 Gewürznelken, 5 Stangen Zimt, 4 Sterne Sternanis. Denkbar sind aber auch Piment (Gewürzkörner), Zimtnelken (Zimtblüten), schwarzer Pfeffer, Vanille, Cardamom, …

Zu guter Letzt ca. 0,25 l Arrak hinzugeben. Man kann Arrak-Verschnitt nehmen – oder edler (aber auch teurer): echten Arrak. Es ist wie beim Wein, je besser die Zutaten, desto besser der Punsch. Den Punsch mindestens 15 Minuten ziehen lassen. Vor dem Einschenken abseihen.

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Wem der Punsch zu stark ist, nimmt weniger Arrak. Wem er zu bitter ist, lässt den Tee weniger lange ziehen und nimmt mehr Saft. Wer den Punsch fruchtiger will, nimmt mehr Zitrusfrüchte. Wer ihn süßer will, nimmt etwas mehr Karamell und keine Zitronen und mehr Mandarinen. Wer ihn kräftiger will, lässt den Tee länger ziehen und nimmt mehr Arrak. Und so weiter und so fort …

Wer allerdings am nächsten Tag Kopfweh hat, hat entweder unkaramellisierten Zucker im Punsch gehabt, billigen Wein genommen, zuviel Arrak genommen oder – am wahrscheinlichsten – schlicht zu viel Punsch getrunken. Also immer daran denken, auch wenn der Punsch fruchtig-süß ist, er hat relativ viel Alkohol.

Altenglischer Teepunsch
Altenglischer Teepunsch

Viele Grüße und einen schönen Advent

Michaela, Monika und Michael

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Ein Kommentar

  1. Hat dies auf michaelmagwein rebloggt und kommentierte:

    Guten Abend!
    Wein ist zum genießen da. Man muss ihn aber nicht als Solisten trinken, man kann mit Wein auch allerhand andere herrliche Getränke und Speisen bereiten, zum Beispiel diesen altenglischen Teepunsch.
    Viele Grüße
    Michael

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