Rezept: Gekochte fränkische Klöße

Heute stellen wir euch unser Rezept für die wohl fränkischste aller Beilagen vor: Klöße, genauer gesagt sogenannte „seidene Klöß“, also Kartoffelknödel aus gekochten Kartoffeln (darum werden diese Klöße auch „gekochte Klöße“ genannt). Dies ist eigentlich die Werktagsvariante der Klöße (die es früher, wie sollte es anders sein, am „Klößdonnerstag“ gegeben hat), die uns allerdings besser schmeckt als die Variante, in der auch rohe Kartoffeln mit in den Kartoffelteig kommen.

Und so werden die seidenen Klöß gemacht:

Wir brauchen für etwa 10-12 Klöße (also für ca. 5-6 Portionen):

  • 1 kg mehlig kochende Kartoffeln (Gewicht nach dem Kochen und Schälen)
  • 200 g Kartoffelmehl (Kartoffelstärke)
  • ca. 1/8 l heiße Milch
  • Salz
  • 1 Brötchen (Semmel) oder 1-2 Brotscheiben
  • Butter
Kartoffelklöße
Erprobtes Originalrezept

Die Kartoffeln abwaschen und am besten in einem Topf mit Dämpfeinsatz garen. Je nach Größe der Kartoffeln dauert dies etwa 30 Minuten.

In der Zwischenzeit das Brötchen bzw. Brot in Würfel schneiden und diese in nicht zu wenig Butter knusprig rösten. Die Brotwürfelchen abkühlen lassen.

Sind die Kartoffeln gar (dies kann man nachprüfen, indem man ein glattes Messer in die Kartoffel steckt: Rutscht die Kartoffel von selbst vom Messer, wenn man es anhebt, ist sie durch), werden sie geschält, in Spalten geschnitten und durch die Kartoffelpresse in eine große Schüssel gedrückt (das sollte jetzt genau 1 kg Kartoffelmatsch sein [wenn nicht, muss man das Rezept entsprechend umrechnen]).

Die Kartoffelstärke, die Milch und etwas Salz werden hinzugegeben und alles gut zu einer geschmeidigen Masse verknetet. Vorsicht, da Kartoffeln und Milch sehr warm bzw. heiß sind! Man darf die Masse jedoch leider nicht abkühlen lassen, da sie sich sonst nicht schön bindet.

Zum Formen der Klöße die Hände mit Wasser befeuchten. Eine etwa tennisballgroße Menge Kartoffelteig nehmen und in der Handfläche zu einer Schale formen. In die Mitte der Schale einen Brotwürfel geben (oder, wenn die Würfel eher klein sind, auch zwei) und den Rand der Kartoffelmassenschale nach oben um das Brot schlagen. Den Kloß mit beiden Händen schön rund rollen.

So viele Klöße formen, bis der Kartoffelteig aufgebraucht ist.

Kartoffelklöße
Gebollerte Klöße

In einem großen Topf 4-5 Liter Wasser zum Kochen bringen, eine Handvoll Salz hinzugeben, die Hitze auf niedrige Temperatur herunterdrehen und die Klöße ca. 20 Minuten darin ziehen lassen. Den Topf dabei nicht komplett abdecken (entweder gar keinen Deckel drauf oder den Deckel schief auflegen) und darauf achten, dass das Wasser nicht sprudelt/kocht. Die Klöße müssen alle oben schwimmen, eventuell leicht am Topf rütteln, falls ein Kloß nach dem Einlegen am Boden festhängt.

Nach der Ziehzeit die Klöße vorsichtig, ohne sie zu zerstören, mit einer Schaumkelle herausheben. Zum Servieren kann man sie mit feingeschnittenem Schnittlauch (oder auch mit gehackter Blattpetersilie oder einem Sträußchen Kräuselpetersilie) verzieren.

Fertig!

Übrigens: Ein Kloß wird nicht mit dem Messer geschnitten, sondern mit der Gabel in mundgerechte Stücke zerteilt. Dies kommt aus Zeiten, als man mit Silberbesteck gegessen hat. Die Stärke der Kartoffeln hat das Silberbesteck zum Anlaufen gebracht und vor allem das Messer stumpf gemacht.

Eine Variante zum Kartoffelkochen ist folgende: Die Kartoffeln roh schälen, in Spalten schneiden und die Spalten im Dampf garen (dann auf keinen Fall im Wasser kochen). Dies geht schneller, allerdings wird beim Schälen von rohen Kartoffeln mehr von der Kartoffel mit weggeschnitten.

Zusatzrezept:

Sind Klöße übrig, kann man aus ihnen am nächsten Tag „eingeschnittene Klöße“ (sprich: eigschniedna Glöß) machen. Dabei werden die Klöße in knapp 1 cm dicke Scheiben geschnitten und in einer Pfanne von beiden Seiten mit Butter angeröstet. Diese eingeschnittenen Klöße kann man wieder als Beilage zum Rest Fleisch vom Vortag reichen oder, falls davon nichts übrig geblieben ist, ein paar Eier in der Pfanne über die gebratenen Kloßscheiben geben, mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen und so verspeisen.

Guten Appetit!

Monika
(da „accountlos“ unter Michaels Namen veröffentlicht^^) 

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3 Kommentare

  1. Ganz wichtig ist dabei, Kartoffelstärke zu verwenden und keine Mais- oder Weizenstärke. Die Klöße (fränkisch: „Glöß“ :-) ) schmecken sonst komisch! Liebe Grüße^^

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